Denkporen-Verstopfung?!
Symptome: Latente unspezifisch-ungute Empfindungen wie z.B. Orientierungslosigkeit, Wurschtigkeit, Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. Ihre Gläser sind halbleer, es erwischt ausgerechnet immer Sie und Sie beginnen sich gerade zu fragen, welchen Sinn eigentlich das Lesen dieser Seite macht?
Diagnose: Vermutlich leiden Sie unter Denkporenverstopfung. Kein Grund zur Panik! Fast jeder Mensch - mich selbst eingeschlossen - leidet hin und wieder daran. Die gute Nachricht: Denkporenverstopfung ist nicht angeboren und kann daher in jedem Alter erfolgreich behandelt werden.
Therapie: Nachdenken. Eine kleine Dosis
Philosophie pro Tag kann schon ausreichend sein. Als Katalysator kann
ein gutes Buch, ein anregendes Gespräch, Musik etc. fungieren. Der
zentrale Akt des Nachdenkens ist dann jedoch ein persönlicher. Man kann
Nachdenken weder verschreiben, noch spritzen, und - wie die Geschichte
lehrt - auch nicht vererben.
Nach allem was wir derzeit wissen, können wir unser biologisches Gehirn
nicht in ein neues Leben oder das Ewige Leben mitnehmen. Wir können es
auch am Ende des Lebens nicht verkaufen und darauf hoffen, dass es
einen höheren Preis erzielt, wenn es noch so gut wie unbenutzt ist. Was
spricht also dagegen, unsere grauen Zellen herauszufordern. Und - das
ist vermutlich der springende Punkt - dies einmal nicht, um den
coolsten Klingelton für das Handy aus dem Internet herunterzuladen,
sein Auto mit 200 km/h unfallfrei über die Autobahn zu jagen, oder um
die aktuellen Börsenkurse im Kleingedruckten des Wirtschaftsteils zu
analysieren. Sondern, um zu entschleunigen, ruhig zu werden und den
Blick einmal nach innen zu wenden. Sich selbst die volle Aufmerksamkeit
zu widmen. Auch auf die Gefahr hin, dass man nichts entdeckt und man
das Gefühl hat, dass "dort drinnen" niemand zu Hause ist.
Risiken und Nebenwirkungen: Wie bei jeder effektiven Medizin wird auch das Nachdenken überraschende und nicht selten auch unerwünschte Nebeneffekte haben. Zudem wird jeder erfolgreich Geheilte bestätigen können, dass die Therapie mindestens lebenslang ist. Denn mit dem Denken ist es wie mit dem Atmen: wenn man erst einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören.
Es ist auch nicht wahrscheinlich, dass sich die Heilung
spontan und schlagartig einstellt. Eher wird es wohl so sein, dass die
Anzahl der diffusen Antworten zunimmt und sich im Idealfall zu kleinen
Mosaiksteinchen verdichtet. Und hier sind wir auch schon beim Sinn und
Zweck dieser Seite. Sie soll eine Plattform sein, auf der hier und da
kleine Mosaiksteinchen liegen, die dem/der einen oder anderen helfen
mögen, ein eigenes Muster zu ergänzen. Für den Anfang möchte ich mit
der Philosophie Albert
Schweitzers und der Tiefenökologie
zwei Steinchen anbieten, die inzwischen fester Bestandteil meines
Mosaiks geworden sind. Auch die Philosophische
Linkliste kann therapeutisch wertvoll sein.